Bedingungsloses Grundeinkommen - Sinn oder Unsinn?

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    • Bedingungsloses Grundeinkommen - Sinn oder Unsinn?

      Erstes Bundesland will das bedingungslose Grundeinkommen testen

      Die Idee eines Grundeinkommens hat Befürworter quer durch das politische Spektrum – von Linkspartei-Chefin Katja Kipping, die 1050 Euro pro Monat fordert, über Schleswig-Holsteins Grünen-Chef Wagner bis zu Unternehmern wie dem Inhaber der dm-Drogerieketten-Inhaber, Götz Werner, die beide 1000 Euro vorschlagen. Auch in der CDU war das Konzept bereits Thema: Bereits vor zehn Jahren warb Thüringens damaliger Ministerpräsident Dieter Althaus für ein Bürgergeld von 800 Euro.

      Quelle und mehr: Focus.de

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      Die Idee eines "Grundeinkommens" oder "Bundesgeldes" ist nicht neu, in anderen Ländern wurde das auch schon getestet. Was haltet ihr davon?
    • Klar das mit sowas wieder Schleswig-Holstein um die Ecke kommt :D

      Wenn JEDER diese 1000€ bekommt, warum nicht.

      Sollte aber auch eine Mindestgrenze die jemand der arbeitet verdient.
      Zum Beispiel min. 2000€...

      Alles was Differenz ist, wird ebenfalls dazu bezahlt.
      Wir leben alle unter fluffigen Wolken,
      doch keiner hat den selben Horizont.


    • Hab letztens einen Bericht dazu im TV gesehen.

      Klar, als Normalverdiener hätte ich gerne 1.000 € zusätzlich.

      Aber was ist mit den Leuten, die selbst gerade mal 1.000 € durch Arbeit verdienen? Freuen die sich über die zusätzlichen 1.000 € oder denken die sich eher, dass sie das gleiche Geld wie vorher haben, dafür aber zuhause bleiben und nichts tun müssen?

      Davon ab, dass ich nicht wüsste, wie diese zusätzlichen Ausgaben durch das Land / den Bund gestemmt werden sollten.

      In dem TV Bericht gabs auch Rechenbeispiele, z.b. mit einer alleinerziehenden Frau mit Kind, für die es sich nicht mehr lohnen würde, zu arbeiten.

      Was ist mit den ganzen Mini-Jobbern (450 €)?
    • Hast du mal in der Situation gelebt, am Monatsende nur 1.000 € verdienen zu können? Ohne Unterstützung, alleine lebend (wohlmöglich noch in der teuren Großstadt, Stichwort Wohnungsmarkt), ohne große Aussicht auf Verbesserung? Ich schon. Glaub mir, wer mit 1.000 € über die Runden kommen muss, der wird durch das Grundeinkommen nicht weniger arbeiten, sondern sich darüber freuen, sich bei einem 40h-Job endlich mal etwa leisten zu dürfen!

      Gleiches gilt für die Mini-Jobber. Die machen das selten nur zum Spaß. Und häufig bist du dann auch noch der Arsch der Arbeit. Psychische Belastung olé...

      1.000 bis 1.500 Euro sind eigentlich ein Witz. Aber als bedingungsloses Grundeinkommen sicherlich in Ordnung.

      Es geht mir persönlich derbst auf den Geist, dass bei der Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen immer sofort auf potenziellen Schmarotzer hingewiesen wird. Als ob wir zu Zeiten von Alters- und Kinderarmut nichts besseres zu tun hätten, als mit dem mahnenden Zeigefinger auf die Ärmsten der Armen zu zeigen.

      Währenddessen verteidigen wir die reichsten Menschen trotz Betrug, Steuerhinterziehung oder ähnlichen Delikten. Die haben schließlich “hart für den Wohlstand gearbeitet“. Pfeif auf Massenentlassungen! Alles für den Aktionär! o/

      Diese Gesellschaft ist so kaputt, dass jeder, der sich in ihr zurecht finden muss, dafür prämiert werden sollte. ;) :(
    • Covenant schrieb:

      nur 1.000 €
      Ich hab in der Ausbildung sicherlich noch weniger verdient, hatte in den letzten Monaten auch schon eine eigene Wohnung. Klar kommt es auch immer auf die Wohnlage an. 1.000 € sind auf einem Dorf Nahe Hannover sicherlich mehr wert als in der Innenstadt von München.

      Davon ab habe ich aber 10 (!) Jahre im JobCenter gearbeitet und ich glaube auch mehr als genug mitbekommen, dass es genug Menschen gibt, die mit deutlich weniger im Monat auskommen, dauerhaft. Denen das sogar ausreicht. Die in Kauf nehmen, weniger zu bekommen, dafür aber nicht arbeiten müssen. Ja, solche Menschen gibt es zu Genüge. Daher ist es für mich kein Wunder, wenn da bei vielen Menschen Bedenken kommen, ob sich dann die Arbeit für den einen oder anderen noch lohnt.

      Covenant schrieb:

      Gleiches gilt für die Mini-Jobber. Die machen das selten nur zum Spaß.
      Richtig... die machen das, um 450 € zusätzlich im Monat zu haben. Brauchen sie doch dann nicht mehr, wenn es sogar mehr als das doppelte zusätzlich gibt, ohne dafür arbeiten gehen zu müssen.
    • Chucky schrieb:

      Ich hab im Monat gerade mal 293 Euro zur Verfügung, weil Ich neben der 226 Euro Halbwaisenrente nur noch 67 Euro Ausbildungs Entschädigung bekomme plus Fahrkarte bezahlt
      Wenn man erzählt, wie viel Einnahmen man hat, sollte man aber auch dazu sagen, wie viel Ausgaben man hat.

      Du wohnst noch bei deiner Mutter, musst anscheinend keine Miete zahlen. Wie schaut es mit Lebensmitteln aus? Gibst du Kostgeld ab? bei keinerlei Ausgaben sind 300 € teilweise mehr Geld, als wenn man zwar 1500 € Verdienst auf dem Konto hat, dafür aber auch Ausgaben von 1300 € oder mehr ;)
    • Es ist eigentlich unabdingbar sowas über kurz oder lang einzuführen. Es geht dabei ja auch um einen Paradigmenwechsel, der mit der zunehmenden Automatisierung von Arbeit einhergehen muss. Wenn wir alle Geringverdiener, Freiberufler, Arbeitslose, Ehrenamtler, Künstler, Kranke, Rentner, Frührentner etc. verarmen lassen und stigmatisieren, züchten wir Parallelgesellschaften heran.

      Dazu kommt, dass ja auch der Vollzeit arbeitende Mittelschichtler immer mehr in Bedrängnis gerät. Wohnung in der Stadt oder doch lieber am Stadtrand? Wie ist es dann mit Auto? Kann man sich das wirklich leisten? Lieber zusammenziehen und Geld sparen? Das sind ganz typische, alltägliche Sorgen von Menschen in normalen Berufen, die es bei dem Verkauf von ca. 40 Lebensstunden pro Woche nicht geben darf.
      "STFU about WWE you faggot"
      WWEs (?) Reddit-Bots pflegen Kundenbeziehungen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von David ()

    • An sich sollte es in einer reichen Gesellschaft, in der Digitalisierung und Robotertechnik den Menschen immer mehr Arbeit abnehmen, sowas wie ein Bedingungsloses Grundeinkommen geben. Glaube aber nicht, dass das bald passieren wird.

      D2K schrieb:

      Erstes Bundesland will das bedingungslose Grundeinkommen testen

      Die Idee eines Grundeinkommens hat Befürworter quer durch das politische Spektrum – von Linkspartei-Chefin Katja Kipping, die 1050 Euro pro Monat fordert, über Schleswig-Holsteins Grünen-Chef Wagner bis zu Unternehmern wie dem Inhaber der dm-Drogerieketten-Inhaber, Götz Werner, die beide 1000 Euro vorschlagen. Auch in der CDU war das Konzept bereits Thema: Bereits vor zehn Jahren warb Thüringens damaliger Ministerpräsident Dieter Althaus für ein Bürgergeld von 800 Euro.
      Quelle und mehr: Focus.de

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      Die Idee eines "Grundeinkommens" oder "Bundesgeldes" ist nicht neu, in anderen Ländern wurde das auch schon getestet. Was haltet ihr davon?
      Ähem, das nächste Mal nicht auf so ein "Nachrichten"magazin wie Focus verlassen und sowas vielleicht gegenchecken, wenn man es dort (oder bspw. bei BILD oder so) liest. Es ist unwahrscheinlich, dass in Schleswig-Holstein ein Grundeinkommen getestet wird. Die Grünen wollten es, aber im Koalitionsvertrag steht nur, dass sie drüber nachdenken wollen:


      SZ.de schrieb:

      Kurz wurde im Internet die Revolution gewittert und getwittert: Das Grundeinkommen werde eingeführt in Schleswig-Holstein, 1000 Euro für jeden, monatlich, dank der Jamaika-Koaliton aus CDU, FDP und Grünen. So hieß es zu Beginn der Woche, als die Unterzeichnung des Koalitionsvertrages in Kiel bevorstand. Zwei Tage später ist klar: Ein Grundeinkommen wird es vorerst auch in Schleswig-Holstein nicht geben - was stattdessen passieren wird, ist noch offen. "Weder die Diskussion noch die Prüfung haben bislang begonnen. Deshalb ist es viel zu früh, bereits über einzelne konkrete Modelle zu spekulieren", sagte Daniel Günther (CDU), der an diesem Mittwoch als Ministerpräsident gewählt werden soll, zu den Gerüchten um ein Grundeinkommen.
      Mein Vater sprach - vor vielen Jahr'n - komm lass uns geh'n, ins Eintracht-Stadion
      Was ich dort sah, ich fand es geil, das ist der Klub, zu dem ich halte
      Nun steh ich hier, bin nicht allein und ich war treu, trotz 3. Liga
      Was auch passiert, ich hab's kapiert: ICH LIEBE EINTRACHT!<3
    • Masterofthe619 schrieb:

      Ähem, das nächste Mal nicht auf so ein "Nachrichten"magazin wie Focus verlassen und sowas vielleicht gegenchecken, wenn man es dort (oder bspw. bei BILD oder so) liest. Es ist unwahrscheinlich, dass in Schleswig-Holstein ein Grundeinkommen getestet wird. Die Grünen wollten es, aber im Koalitionsvertrag steht nur, dass sie drüber nachdenken wollen:
      Habe ich vorhin in der Mittagspause aufgeschnappt. Dort stand ja aber auch gar nicht drin, dass es kommen wird ... sondern auch nur, dass darüber spekuliert wird?! Und ich hab ja auch in der Einleitung geschrieben, dass die Grundidee dahinter nicht neu ist, schon lange diskutiert wird, etc. ... soll ja in diesem Thread auch nicht um Schleswig-Holstein gehen sondern um das bedingungslose Grundeinkommen an sich.
    • Wie man sowas finanzieren soll?
      1. Fällt dann ja wohl ein erheblicher Amtsapparat flach, der sich heute fast ausschließlich mit Anträgen zu allen möglichen staatlichen Leistungen befasst. Kindergeld, Arbeitslosengeld, Rente, Wohngeld usw. Vielleicht können die so frei werdenden Ressourcen dann sinnvoll in anderen Bereichen genutzt werden.

      2. Wie wäre es wenn man die verdammte Beitragsbemessungsgrenze endlich mal kicken würde? Die liegt momentan bei im Schnitt 6.000€ brutto (bundesweit). West ein bisschen höher , Ost darunter.
      Warum bezahlt jemand der 20.000 € im Monat verdient genau den gleichen RV, AV, PV Beitrag wie jemand der 6.000 verdient. Je mehr man verdient , desto billiger wird die Sozialversicherung. Da liegt soviel Geld rum und keiner traut sich daran. (Lobby ;) )

      3. Bisschen unrealistisch, aber vielleicht eine Möglichkeit auf den Computer orientierten Markt zu reagieren. Sozialabgaben für Roboter und Computersysteme die Arbeitsplätze "vernichten". Wenn Roboter X am Band 10 Leute ersetzt muss dafür ein Ausgleich in die Sozialkasse gezahlt werden.

      Alle Punkte werden mit der üblichen "es gefährdet Arbeitsplätze weil Unternehmen abwandern" Argumentation abgewürgt.
      Es gibt genug Wege das Geld gerecht zu verteilen, man muss nur wollen.
    • Irgendwie hinterlässt diese Idee bei mir ein lautes grummeln im Bauch zurück. Soll wirklich jeder, unabhängig vom Einkommem, diese (nehmen wir einfach mal an) 1.000€ im Monat erhalten? Könnte zu einer Entwertung des Geldes führen. Setzt man eine Einkommensgrenze von 2.000€ (netto) im Monat? Würde ich als ziemlich unfair empfinden. Zumindest aus meiner jetzigen Sicht. Nach 3 Jahren Ausbildung, zwei Jahren Abendschule und 3 Jahren Studium komme ich nun bisschen mehr als das und plötzlich bekommt jemand in meinem Alter, der nie Bock hatte ne Ausbildung etc zu machen, einfach so 1000€ im Monat in die Hand gedrückt? Da passt die Relation in meinen Augen nicht.
      The Phenomenal One --- AJ Styles
    • Bin jetzt nicht ausgeprägt bewandert in wirtschaftlichen Aspekten. Aber gibt es einen tatsächlich praktikablen Ansatz, wie der Preis in allen Sparten bei der Nachfrageerhöhung (welche ja eigentlich vom Einkommen der Haushalte beeinflusst sein sollte) gedämmt werden kann. Mitpreisbremse ist ja primär auf den Mieterschutz und nicht gegen die Inflation gerichtet. Oder liege ich da so arg daneben

      Deinen zweiten ansatz finde ich da auf den ersten Blick sehr interessant. Für eine Einschätzung einer solchen "Steuerreform" sehe ich mich aber ehrlich gesagt nicht qualifiziert. Glaube da spielen sehr viele Faktoren rein, die man auf den ersten Blick nicht abzusehen vermag.

      Allgemein ging es mir in meinem Post nicht darum, punktuell Kritik am bedingungslosen grundeinkommen zu üben, sondern viel eher folgendes darzustellen: die Idee dahinter ist sicher nicht schlecht und würde für manche/einige sicher positive Effekte haben. Gleichzeitig muss dieser Ansatz aber sehr präzise ausgeformt werden, um nicht mehr Ungerechtigkeit zu schaffen und/oder umfassende Schäden an unseren Strukturen zu schaffen. Seien es negative wirtschaftliche oder soziale Aspekte. Im Moment tendiere ich eher dazu, dass ein solches grundeinkommen erst nach Vorlage von handfesten Plänen bewertet werden kann.
      The Phenomenal One --- AJ Styles
    • Das ist ja klar. Das unterscheidet sich ja von Modell zu Modell sehr stark.

      Fakt ist ,dass ein nicht reagieren auf die Arm-Reich Schere am Ende mehr Schäden und Kosten verursacht, als ein vernünftiges Grundeinkommen.

      Die Frage ist eben ob das gewollt ist.
      Da greifen mir auch die Pläne der SPD viel zu kurz. Mehr so Alibi Soziale Gerechtigkeit.