Urlaubsthread

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    • Rhyno schrieb:

      So, gebucht...

      Mit der Gattin vom 02.06. bis 11.06. von Düsseldorf nach Jerez und zurück.

      Auf jeden Fall Mietwagen nehmen und 1-2 Tage in Sevilla verbringen, Rest noch offen.

      Wären über weitere Tipps hoch erfreut. :)
      Ich war vergangenes Jahr mit meiner Freundin 10 Tage in Malaga.

      Absolute Empfehlungen:

      Ronda - Tolle Stadt, deren Stadteile durch eine Brücke aus dem 18. Jahrhundert verbunden sind. Die Brücke an sich ist schon von oben beeindruckend, zudem gibt es einen Wanderweg nach unten. Sehr anstrengend (vor allem bei 30° :D ), aber es lohnt sich und bietet viele tolle Szenerien.

      Tarifa - Südlichste Stadt Europas. Verbindet Atlantik und Mittelmeer. Das an sich ist schon einen Besuch wert, es gibt dort auch eine überaus schöne, kleine Altstadt. Von dort aus haben wir zudem eine Wale-watching Tour gemacht (war ein riesen Erlebnis!!!) sowie einen Tagesausflug nach Marokko (Tanga).

      Das sind so meine heißesten Tipps. Ich habe in den 10 Tagen gut 1600km mit dem Mietwagen runter gerissen. Man kann viel sehen, muss dafür aber z.T. auch weite Wege fahren. Meine Empfehlungen sind natürlich schon eher an der Ostküste zu finden, aber ihr könnt euch ja überlegen, welche Stecken für euch im Rahmen sind :)

    • So, der grobe Reiseplan steht...

      Da wir am 02.06. erst um 18.35 Uhr in Jerez landen, werden wir gegen 20.00 Uhr den Mietwagen in Empfang nehmen und dann den Abend / die Nacht dort bleiben.

      Am anderen Tag gucken wir uns denke ich ein wenig was von Jerez an und fahren dann rüber nach Sevilla. Auto irgendwo abstellen, im Hotel einchecken und Sevilla angucken.

      Nächsten Tag dann auf Empfehlung von @Malle - und weil mich die Fotos da auch überzeugten - ab nach Ronda. Keine so kurze Strecke, aber locker machbar, man kann unterwegs ja auch halten. Bin gespannt, ob der Ort so beeindruckend ist wie er aussieht.

      In Ronda bleiben wir auch wieder eine Nacht, tags drauf geht es dann weiter nach Tarifa - auch wieder eine recht lange Strecke, aber auch hier kann man ja unterwegs mal hier und dort pausieren. In Tarifa haben wir ein kleines Hostel gebucht, was gute Bewertungen und eine gute Lage hatte. Soll dann auch vom 05.06. - 10.06. unsere Station bleiben. Extra ohne Mahlzeiten gebucht, da versorgen wir uns außerhalb selbst. Ist nicht weit nach Gibraltar, wird sich also sicherlich mal angeschaut, ansonsten zur Erholung gedacht.

      Da die Strecke Tarifa -> Jerez jetzt nicht die Kürzeste ist, werden wir am 10.06. schon mal in Richtung Jerez kurz vor Cadiz in San Fernando halt machen und noch eine Nacht dort verbringen, bevor am 11.06. dann um 8.00 Uhr der Mietwagen am Flughafen sein muss und um 10.30 Uhr der Flug zurück nach Hause geht.
    • Gestern zurück aus DK.
      Heute E-Mail von der Vermietungsfirma, der Hausbesitzer hat sich beschwert, weil das Haus nicht sauber ist. Sand, Fußabdrücke, Waschbecken. Sie müssten uns ne halbe Endreinigung berechnen (ca 50-60€)

      Ich zurück geschrieben, dass wir das auf keinen Fall tun werden, wir haben ein Video gemacht als wir das Haus verlassen haben.
      Wollte die nette Dame natürlich gerne sehen, weil sie es selber auch nur vom Besitzer gehört hat und nix gesehen hat.

      Ich ihr also das Video in sendefähige Stücke zerschnitten (hatte ursprünglich 500mb) und geschickt.

      Alles klar, keine Reinigung zu zahlen, alles i.o.

      Man kann es ja mal versuchen. Verdammter Bastard!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Doc Bo ()

    • Also, @Rhyno will ja einen Bericht von mir zu Namibia haben, aber da es a) kein Urlaub war und b) ich drei Monate dort war, kann ich natürlich nicht so einfach chronologisch runterschreiben, was ich da jeden Tag getrieben habe, daher mach ich das lieber nach Orten. Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass ich da nicht ansatzweise genug besuchen konnte, auch einige der großen Touri-Ziele dort. Sossusvlei war fest geplant, dann kam kurz davor allerdings was dazwischen. Auch Etoscha, Kolmanskop, Fish River Canyon, Spitzkoppe oder die Skelettküste hab ich nicht besucht. Am Ende war ich fast die ganze Zeit in Windhoek, wo ich halt untergebracht war und auch malocht habe. Ausflüge hab ich schlussendlich zum Erindi-Ressort, zum Waterberg und nach Swakopmund/Walvis Bay gemacht. Das kann ich gerne alles kurz vorstellen, auch wenn das wahrscheinlich eh kaum vollständig gelesen wird. Eine allgemeine Vorstellung des Landes lass ich erstmal bleiben, denn ich vertraue voll und ganz in eure Fähigkeiten, den Wikipediaartikel zu Namibia aus den Untiefen des Internets hervorzukramen und das, was euch interessiert, da nachlesen zu können. Wenn ihr Strolche aber trotzdem irgendwelche Fragen zu Land, Leuten, Essen oder wasauchimmer habt, könnt ihr gerne nachfragen.

      Anreise
      Ich bin mit Air Namibia von Frankfurt am Main zum internationalen Flughafen Hosea Kutako etwa 40 Autominuten außerhalb Windhoeks geflogen (und diese Woche genau so umgekehrt zurück). Die staatliche Airline bewegt sich auf europäischen Standards durch die Lüfte, was dementsprechend aber auch zu europäischen Preisen führt. Die Strecke Frankfurt - WIndhoek fliegen die Jungs und Mädels zwei Mal täglich und das ganzjährig. Der Spaß dauert immer etwas über zehn Stunden, wobei ein Flieger immer früh startet und abends landet und einer eben andersrum. Filmauswahl ist allerdings nicht so geil, auf dem Hinflug war es eigentlich nur eine Handvoll Blockbuster und Kinderfilme sowie Serien á la "The Big Bang Theory", also nichts für die zur kulturellen Avantgarde zählenden Connoisseure, die auf wrestlinggames.de unterwegs sind, während sie Kaviar essend und Verdi hörend mit ihrem Debattierklub die Auswirkungen des Biedermeiers auf die Jahreshauptversammlung des Kaninchenzüchterverein Adenbüttel ausklamausern. ;) Auf dem Rückflug gab es immerhin "Mord im Orient Express", doch auch wenn der Service von Air Namibia sich gemeinhin auf europäischem Niveau befindet, so ist das doch immer noch ein namibischer Staatsbetrieb und wenn ihr eines über namibische Staatsbetriebe wissen braucht, dann, dass fast alle von denen rote Zahlen schreiben. Von dem was ich mitbekommen habe, hat das im Falle von Air Namibia lediglich die Auswirkung, dass einige der Monitore nicht funktionieren, was dazu führte, dass ich auf dem Rückflug nicht in den Genuss audiovisueller Unterhaltung kam. Wenn man dann gelandet ist und die nervige Einreisekontrolle mit Grenzbeamten, die allesamt stets so gucken, als wäre ihnen heute morgen ihre Katze weggelaufen (und auch entsprechend "motiviert" und "kooperativ" ihrer Arbeit nachgehen), passiert hat, dann ist man erstmal auf dem Flughafen irgendwo im Nirgendwo. Ich wurde wegen meiner Arbeit dort abgeholt, wenn man aber vorher nichts gestellt bekommt oder organisiert hat, muss man erstmal ein Taxi nehmen, um nach Windhoek zu kommen. Das kostet dann schon mal ein paar hundert Namibia Dollar (der N$ ist an das südafrikanische Rand gekoppelt, ein Euro entspricht derzeit zwischen 14 und 15 Rand/N$). Ich wurde dann also am 2. Januar meiner Arbeit und in meine Bude da kutschiert und am nächsten Tag ging erstmal das Arbeiten los.

      Windhoek

      Nach ein paar Tagen Arbeit hatte ich dann mal einen freien Tag und konnte die Stadt ein wenig mehr erkunden, als nur in meinem Viertel, Eros, herumzukatern. Da habe ich mir dann das Stadtzentrum angesehen und in den nächsten Monaten kam da natürlich noch einiges dazu. Offiziell hat Windhoek etwa 325.000 Einwohner, aber in Wahrheit dürften es um einiges mehr sein. Wie viele es genau sind, weiß wohl niemand, die Schätzungen, die ich von Einheimischen gehört habe, waren meist aber zwischen 400.000 und 600.000 situiert. Die Diskrepanz liegt an etwas, was Windhoek mit vielen anderen afrikanischen Großstädten gemein hat: Man muss zwischen den Slums und dem Rest der Stadt unterscheiden. Im Norden von Windhoek liegt Katutura, das Anfang der 60er vom Apartheid-Regime gebildet wurde, um die schwarze Bevölkerung dort einzupferchen. Neben Khomasdal im Westen ist es das Slumviertel von Windhoek, wobei in Katutura (der Name ist Herero und bedeutet so viel wie "Ort, wo niemand leben möchte") mehr Leute leben als im ganzen Rest von Windhoek. Dazu gehören viele Menschen, die in ihrer Not einfach eine Wellblechhütte illegal an den Stadtrand rangebaut haben und dementsprechend nirgendwo registriert sind. Deshalb weiß halt niemand, wie viele Seelen tatsächlich in Namibias Hauptstadt beheimatet sind.
      Im Stadtzentrum sind die rah gesähten "Sehenswürdigkeiten" eigentlich komprimiert an einem Ort. Die Christuskirche steht an der Ecke "Fidel Castro Street" (ja, wirklich) - "Robert Mugabe Avenue" (das ist eine der wichtigsten Straßen in Windhoek und die heißt so, kein Scheiß). Das Parlament ("Tintenpalast") und das Unabhängigkeitsmuseum ("Wasserkocher") sind direkt daneben und die Alte Feste ist direkt hinter dem Unbhängigkeitsmuseum an der Robert Mugabe Avenue. Bis auf das Museum wurden die Gebäude allesamt während der deutschen Kolonialzeit errichtet. Architektonisch ist das alles auch nicht schlecht anzusehen und in der Stadt gibt es noch weitere Gebäude in diesem Stil.


      Christuskirche plus zwei meiner Finger ;)


      "Tintenpalast" mit Parlamentsgarten davor


      Alte Feste

      Aus dem Stil fällt lediglich das Unabhängigkeitsmuseum, das von einer nordkoreanischen Firma gebaut wurde und stilecht 2014 vier Jahre später als geplant eröffnet wurde. Während ich in die anderen Gebäude nicht reinkam (war ein Samtag und die alte Feste war generell nicht offen), kann man da jeden Tag umsonst hineinspazieren. Das war auch sehr interessant, weniger aus einer Wissensvermittlungsperspektive, denn aus Propagandagründen.


      Das Unabhängigkeitsmuseum

      Dass der ganze Bumms von Nordkoreanern gebaut wurde, ist nicht nur daran zu erkennen, dass bei den Bildern von Staatsbesuchen das Bild mit Kim Il-Sung größer ist als der Rest und als einziges gold eingerahmt ist, sondern auch an der Charakteristik und dem Stil generell. Nicht nur vor dem Museum steht eine Statue von Sam Nujoma, dem ersten Präsidenten Namibias, auch drinnen darf man die lächelnde Fresse des "Vaters der Nation" auf Büsten und Gemälden im allerfeinsten kommunistischen Propagandastil bewundern.


      Sam Nujoma guckt vor dem Museum Richtung Ovamboland, wo "sein Volk", die Ovambo leben.


      Kim Jong Un wird ganz neidisch, bei dieser Verehrung!


      Darf in keinem sozialistischen Prachtbaumuseum fehlen: Die Büste mit Siegergeste und entspanntem Lächeln.

      Auch sonst ist die Ästethik der ganzen Veranstaltung in diesem Stil gehalten. Das ganze Ding ist halt wirklich eine einzige Propagandaveranstaltung der SWAPO ("South West African People's Organisation"), die bei den letzten Wahlen auf läppische 86,73% der Stimmen kam und sich damit denkbar knapp gegen die DTA ("Democratic Turnhalle Alliance" - seit November 2017 PDM für "Popular Democratic Movement") durchsetzen konnte, die mit 4,97% stärkste Oppositionskraft ist. In Deutschland würde das ein Einparteienparlament bedeuten. Die SWAPO und ihre Volksbefreiungsarmee ("PLAN") besiegten das Apartheidsregime, weshalb sie bei den Schwarzen, vor allem bei den Ovambo, die mehr als 50% der Bevölkerung ausmachen, extrem populär ist. Daran können auch Korruption und eine notorisch schlechte Wirtschaftslage scheinbar wenig ändern, zumal kaum jemand der Opposition zutraut, es besser machen zu können.


      Auch das dunkelste Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte in "Südwest" wird im Museum beleuchtet


      So und so ähnlich sehen viele der Bilder in dem Museum aus


      Der Ausblick von der Dachterrasse des Museums geht absolut klar, vorne ist die Christuskirche zu sehen


      Hier sieht man gut die modernen Hochhäuser, die so im Stadtzentrum stehen, dahinter dann Wohhngebiete und danach kommt die namibische Weite

      Dabei will ich es erstmal belassen, weil das schon ziemlich zeitaufwendig ist. Je nachdem, wie ich Zeit habe, kommt dann noch ein wenig mehr zu Windhoek und den anderen Orten, die ich in Namibia besucht habe. Fragen dürft ihr aber auch davor gerne stellen.
      Mein Vater sprach - vor vielen Jahr'n - komm lass uns geh'n, ins Eintracht-Stadion
      Was ich dort sah, ich fand es geil, das ist der Klub, zu dem ich halte
      Nun steh ich hier, bin nicht allein und ich war treu, trotz 3. Liga
      Was auch passiert, ich hab's kapiert: ICH LIEBE EINTRACHT!<3
    • Ich hätte auf jeden Fall auch nach Dänemark gehen können, aber ansonsten habe ich mich nirgendwo beworben. Ich wollte gerne nach Namibia, weil ich halt was komplett anderes als Deutschland sehen wollte, ich eh mal nach Schwarzafrika wollte und ich es einfach interessanter gefunden habe und noch finde, als wenn ich irgendwo nach Europa gegangen wäre. Habe es auch keine Sekunde bereut.
      Mein Vater sprach - vor vielen Jahr'n - komm lass uns geh'n, ins Eintracht-Stadion
      Was ich dort sah, ich fand es geil, das ist der Klub, zu dem ich halte
      Nun steh ich hier, bin nicht allein und ich war treu, trotz 3. Liga
      Was auch passiert, ich hab's kapiert: ICH LIEBE EINTRACHT!<3